Was dieses Spiel misst
Der Turm von London ist ein klassisches Planungsrätsel aus der psychologischen Forschung. Du bewegst farbige Kugeln zwischen drei unterschiedlich hohen Stäben, um ein Zielmuster mit den wenigsten Zügen nachzubilden. Das zeigt, wie gut du ein paar Schritte vorausdenkst, bevor du handelst [1].
Der Neuropsychologe Tim Shallice entwickelte die Aufgabe 1982, um das Planen zu untersuchen [1]. Jede Aufgabe hat eine kleinste Zahl an Zügen. Erfasst wird, ob du das Ziel mit genau dieser Zahl erreichst, wie viele zusätzliche Züge du brauchst und wie lange du vor dem ersten Zug nachdenkst. Die Aufgabe erinnert ein wenig an den Turm von Hanoi, aber Regeln und Aufgaben sind andere.
Die Zahl der Züge ist nicht das Einzige, was eine Aufgabe schwer macht. Wenn das Ziel die Reihenfolge der Züge offenlässt oder wenn du erst eine Kugel aus dem Weg räumen musst, brauchen Menschen länger zum Planen, auch bei gleicher Zahl an Zügen [2][3][4].
So funktioniert das Spiel
- Auf die drei Stäbe passen 3, 2 und 1 Kugel. Bewege immer nur eine Kugel: Nur die oberste lässt sich bewegen, und nie auf einen vollen Stab.
- Jede Aufgabe zeigt das Ziel und die kleinste Zahl an Zügen, mit der sie lösbar ist. Bildest du das Ziel mit genau so vielen Zügen nach, ist das eine perfekte Lösung.
- 16 Aufgaben mit 2 bis 6 Zügen, immer schwerer. Jede endet nach 60 Sekunden oder 20 Zügen.
- Tippe auf eine Kugel und dann auf den Stab, auf den sie soll, oder ziehe sie. Auf einer Tastatur nehmen die Tasten 1, 2 und 3 auf und legen ab.
- Zuerst kommt eine kurze Übungsaufgabe (du kannst sie überspringen). Jeder Durchgang färbt die Kugeln neu ein, ein zweiter Versuch sieht also neu aus, ist aber genauso schwer.
Wir haben einen eigenen Satz Aufgaben erstellt. Eine Computersuche durch alle 36 möglichen Stellungen der Kugeln hat geprüft, dass die kleinste Zahl an Zügen jeder Aufgabe exakt stimmt, und ab 3 Zügen hat jede Aufgabe nur eine einzige kürzeste Lösung. Die Ziele mischen die drei Formen, die Forschende variieren: alle Kugeln auf einem Stab, zwei und eine, und eine pro Stab [2].
So liest du dein Ergebnis
- Mit den wenigsten Zügen gelöst: dein Hauptergebnis, die Zahl der perfekten Lösungen.
- Zusätzliche Züge: Züge über die kleinste Zahl hinaus, bei den Aufgaben, die du gelöst hast.
- Nachdenken vor dem ersten Zug: wie lange du geschaut hast, bevor du eine Kugel berührt hast. Forschende nennen das die anfängliche Planungszeit.
- Wie du gelöst hast: der Anteil deiner Zeit vor dem ersten Zug bei den längeren Aufgaben. Ein größerer Anteil heißt, dass du mehr von der Lösung zuerst im Kopf geplant hast.
In einer Studie mit 179 Erwachsenen lösten Menschen, die einen größeren Teil ihrer Zeit vor dem ersten Zug mit Planen verbrachten, tendenziell mehr Aufgaben mit den wenigsten Zügen [5]. Die Anweisung, zuerst zu planen, half in einer Studie [6], in einer anderen aber nicht: Dort planten die Leute länger, ohne besser zu ziehen [7]. Sieh „Wie du gelöst hast“ deshalb als Beschreibung dieses Durchgangs, nicht als Regel.
Sobald genug Leute gespielt haben, zeigt dein Ergebnis auch, wo du unter den anderen Spielenden dieses Spiels stehst, als Bereich: unter dem Üblichen, üblich oder über dem Üblichen. Ein Bereich, kein genauer Rang, weil ein Durchgang dieser Aufgabe nur ungefähr zeigt, wie du planst (siehe unten). Die anderen Spielenden sind Besucherinnen und Besucher dieser Website, keine repräsentative Stichprobe.
Was ist ein normales Ergebnis?
Für diese Version gibt es keine Normen. In einer Forschungsversion mit 24 schwereren Aufgaben (4 bis 6 Züge) lösten junge Erwachsene im Schnitt etwa 17 von 24 mit den wenigsten Zügen und Erwachsene zwischen 61 und 77 Jahren etwa 13 [8]. Unsere Aufgaben, Zeitlimits und Bildschirme sind anders, deshalb sind diese Zahlen Hintergrund, kein Maßstab.
Was dieses Spiel aussagen kann und was nicht
Der Turm von London wird in der Forschung zum Planen und in der klinischen Diagnostik eingesetzt, aber diese Seite ist ein Spiel, kein klinischer Test. Es misst keine Intelligenz, und ein Durchgang ist eine Momentaufnahme: Müdigkeit und dein Gerät verändern, wie gut es dir gelingt.
In einer Studie mit 79 jungen Erwachsenen, die einen Turm von London am Computer zweimal im Abstand von zwei Wochen lösten, stimmten ihre Zugwerte an den beiden Tagen nur schwach überein (eine Korrelation von 0,15), während sie beim Lösen schneller wurden [9]. Sieh ein einzelnes Ergebnis deshalb als groben Anhaltspunkt und schau dir lieber mehrere Versuche an verschiedenen Tagen an als eine einzige Zahl.
Häufige Fragen
Was misst der Turm-von-London-Test?
Ist der Turm von London dasselbe wie der Turm von Hanoi?
Nein. Bei beiden bewegt man Teile zwischen drei Stäben, aber beim Turm von Hanoi verschiebt man einen Stapel unterschiedlich großer Scheiben und darf nie eine größere auf eine kleinere legen. Beim Turm von London sind die Kugeln gleich groß, die Stäbe fassen unterschiedlich viele Kugeln, und jede Aufgabe hat ihr eigenes Zielmuster.
Ist es besser, zuerst zu planen oder Züge auszuprobieren?
Ist der Turm-von-London-Test von Helibrain kostenlos?
Ja. Das Spiel und dein vollständiges Ergebnis sind kostenlos: keine Anmeldung, keine E-Mail, keine Zahlung. Wir speichern Ergebnisse, um faire Vergleiche aufzubauen, wie unsere Datenschutzerklärung (auf Englisch) erklärt. Helibrain verdient Geld mit seiner App, die du für dieses Spiel nicht brauchst.
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Quellen
- Shallice T (1982). Specific impairments of planning. Philosophical Transactions of the Royal Society of London B 298(1089):199–209. doi.org/10.1098/rstb.1982.0082
- Kaller CP, Rahm B, Köstering L, Unterrainer JM (2011). Reviewing the impact of problem structure on planning: a software tool for analyzing tower tasks. Behavioural Brain Research 216(1):1–8. doi.org/10.1016/j.bbr.2010.07.029
- Kaller CP, Unterrainer JM, Rahm B, Halsband U (2004). The impact of problem structure on planning: insights from the Tower of London task. Cognitive Brain Research 20(3):462–472. doi.org/10.1016/j.cogbrainres.2004.04.002
- Berg WK, Byrd DL, McNamara JP, Case K (2010). Deconstructing the tower: parameters and predictors of problem difficulty on the Tower of London task. Brain and Cognition 72(3):472–482. doi.org/10.1016/j.bandc.2010.01.002
- Schumacher LV, Rahm B, Kaller CP, Schyle V, Weiller C, Unterrainer JM (2026). A novel index to measure pre-planning in the Tower of London task: test–retest reliability and known-group validity. British Journal of Psychology 117(3):1007–1025. doi.org/10.1111/bjop.70044
- Unterrainer JM, Rahm B, Leonhart R, Ruff CC, Halsband U (2003). The Tower of London: the impact of instructions, cueing, and learning on planning abilities. Cognitive Brain Research 17(3):675–683. doi.org/10.1016/S0926-6410(03)00191-5
- Phillips LH, Wynn VE, McPherson S, Gilhooly KJ (2001). Mental planning and the Tower of London task. Quarterly Journal of Experimental Psychology A 54(2):579–597. doi.org/10.1080/713755977
- Jablonska K, Stanczyk M, Piotrowska M, Szymaszek A, Lukomska B, Bednarek H, Szelag E (2022). Age as a moderator of the relationship between planning and temporal information processing. Scientific Reports 12:1548. doi.org/10.1038/s41598-022-05316-6
- Piper BJ, Mueller ST, Geerken AR, Dixon KL, Kroliczak G, Olsen RHJ, Miller JK (2015). Reliability and validity of neurobehavioral function on the Psychology Experimental Building Language test battery in young adults. PeerJ 3:e1460. doi.org/10.7717/peerj.1460
So ist diese Seite entstanden: Das Helibrain-Team hat sie auf Grundlage der oben genannten Studien geschrieben, und Robert (Doktorand in Biophysik) hat sie am 4. November 2026 geprüft. Wir aktualisieren sie, wenn sich die Quellen ändern.